Oscar Wilde. BUNBURY
Termine
in der Naxoshalle:
Waldschmidtstraße 19
60316 Frankfurt In Karten öffnen
Viktorianisches Zeitalter: Alles an seinem rechten Platz. Ein anständiger Mann ist ein anständiger Mann, eine anständige Frau ist eine anständige Frau.
QUEEN Viktoria ist eine gewichtige Herrscherin und die Moral ihrer schweren Unterröcke schafft eine miefige Atmosphäre, die zum Ersticken ist.
Und doch ist Oscar Wilde der gehätschelte Liebling dieser Zeit. KING Oscar, Regent der spitzen Provokationen gegen alles Etablierte, sich selbst zum Maßstab an die Spitze des Etablierten setzend, verheirateter Familienvater, der Artist der gehobenen Salons, der Formvollendete! Er ist aber auch der promiske Schwule auf gierigen Streifzügen im Strichermilieu, der Streuner im schmuddeligen Abseits, der mit Flecken auf den Samthosen nach Hause kehrt.
DOPPELEXISTENZEN BIETEN SPRENGSTOFF.
Komödie schreiben, Komödie spielen. Nichts dem Ernst überlassen. Den Gesellschaftsclown geben, der immer den letzten Schrei kreiert und alle kreischen mit.
Mit BUNBURY hat Wilde die Präzision seines Witzes auf die Spitze getrieben. Und enthüllender hat Wilde sich nie verhüllt als in diesem letzten Theaterstück.
Am 14. Februar 1895 war Premiere. Es wurde viel gelacht!
Am 25. Mai wurde er wegen Homosexualität und Sodomie verurteilt. Es wurde viel gelacht!! über seine Antworten, die er im Verhör wie eine seiner Bühnenfiguren parat hatte.
Die Urteilsverkündung: zwei Jahre Zuchthaus mit schwerer Zwangsarbeit. Redeverbot. Verbot aller Schriften. Absetzung aller Stücke.
Die Protokolle der Prozessakten sind mit Wildes BUNBURY verschnitten. Glänzende Oberfläche und grotesker Abgrund kreuzen sich zu einer trivialen Tragödie für ernsthafte Leute.
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST ANTASTBAR.
Wir verzichten auf Nachweise von Ermäßigungsberechtigungen. Bitte wählen Sie für sich persönlich die Preiskategorie aus, die zu Ihnen passt.
THEATERNACHLESE
Mo, 01.06.2026 19:30 Uhr
nomen ist omen
BUNBURY: Das Leben ist Ernst
Oscar Wilde
Theaternachlese zur Inszenierung im Theater Willy Praml.
Im Haus am Dom
Wer Ernest heißt, muß auch ernst sein. Wem es ernst ist, ist auch earnest, aufrichtig. Wo Bunbury, der Hase begraben liegt, weiß man erst durch einen Blick hinter die Kulissen. Auf der Bühne waltet der Ernst des Lebens, hinter dem Vorhang überläßt man sich dem, was einen treibt. Der Ernst für den, der auf beiden Seiten spielt: die Welten müssen strikt getrennt bleiben. Fällt der Vorhang, der sie scheidet, lassen alle die Hosen runter. Die Zuschauer lachen nur so lange, solange sie Zuschauer bleiben dürfen und nicht auf Wildes Bühne gestellt werden, auf der man ganz schön nackt dasteht. STS
- Ensemble des Theaters Willy Praml
- Michael Weber, Regisseur
- Dr. Lisa Strassberger, Literaturwissenschaftlerin
- Dr. Stefan Scholz, Theologe
Eintritt frei