Blues March
Termine
Der weltberühmte schwarze amerikanische Jazz-Musiker Jon Hendricks beschließt, einem Teil seiner Vergangenheit, ins Auge zu sehen.
Nachdem ihn Frankreich 2001 den Orden »Legion d‹Honneur« verliehen hatte, bricht er im Sommer 2007 erneut auf, um die Stätten seiner ersten Begegnung mit Frankreich - nach der Landung in der Normandie - wiederzusehen.
Im 2. Weltkrieg, kämpfte der damals 22-jährige Jon Hendricks an zwei Fronten: gegen Hitler, die Nazis und, als schwarzer GI der US Army, gegen den Rassismus in den eigenen Reihen.
1944, mit 22 Jahren, war Hendricks schon einmal hier, damals als Soldat einer Versorgungseinheit der US Army. Hendricks und seine farbigen Freunde fanden großen Anklang bei den Französinnnen, was den Neid der weißen GIs erregte, mit denen es dann zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Nach einer Schießerei - ohne die Möglichkeit, sich zu verteidigen - beschloß Hendricks, zu desertieren.
Als wichtiger Organisator und Kenner der internen Verwaltung nahm er Stöße von Antragsformularen mit und gründete eine Phantomeinheit mit vier anderen Schwarzen und einem weißen Franzosen, den sie als U.S Captain verkleideten. Sie betätigten sich im Schwarzhandel und auch am Wiederaufbau Frankreichs.
Das flog aber irgendwann auf und alle beteiligten Schwarzen hatten das Todesurteil zu befürchten.
Nach Ablehnung eines ersten rassistischen Pflichtverteidigers und mit der Hilfe eines neuen jüdischen Verteidigers blieb ihm das erspart.
Stattdessen wurde er zu Zwangsarbeit verurteilt, dann Freigelassen - aber gefesselt zurück nach Amerika verschifft. Auf diedsem Schiff nun hörte er den Song »Salt Peanuts« von Dizzie Gillespie - und war begeistert. Zu Hause nahm er seine Sängerkarriere wieder auf, und gründete das Trio »Lambert, Hendricks & Ross« - bald die heißeste Gruppe der Stadt und der USA. Ein Jazzstar war geboren.
Auch heute geht Hendricks noch auf Tournee; Hendricks lebt in Toledo, Ohio, wo er eine Professur für Jazz hat. Nach seinen Kriegserfahrungen hatte er sich geschworen, nie mehr 2. oder 3. Klasse leben...
Filmgespräch mit
Eva Voosen, Schnitt
Malte Rauch, Regie
Wolfgang Voss, naxos.KINO