Garten
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Was passiert, wenn ein Ort nicht nur eine Funktion hat, sondern immer wieder neu angeeignet, umgenutzt und weitergedacht wird? Die Ausstellung „Garten“ von Ramón Jeronimo Wirtz und Judith Schaefer widmet sich der Naxoshalle als einem solchen Zwischenraum: einem Ort, an dem unterschiedliche künstlerische, soziale und alltägliche Nutzungen gleichzeitig stattfinden und sich überlagern.
Ausgehend von Michel Foucaults Begriff der Heterotopie, als „wirkliche Orte“, die bestehenden gesellschaftlichen Ordnungen spiegeln, verschieben und infrage stellen, untersucht die Ausstellung die Naxoshalle als einen Ort zwischen Geschichte, Gegenwart und möglicher Zukunft. Dabei steht insbesondere die Idee des „Gartens“ im Mittelpunkt: ein Raum, in dem unterschiedliche Zeiten, Tätigkeiten und Perspektiven nebeneinander existieren und in Beziehung treten.
Für die Ausstellung wurde Videomaterial aus und über die verschiedenen Arbeitsbereiche der Naxoshalle gesammelt. Künstlerische Produktionen, soziale Projekte, Arbeitsabläufe und alltägliche Situationen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als miteinander verbundene Nutzungen eines gemeinsamen Raumes. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sich die Halle durch diese vielfältigen Aktivitäten fortlaufend verändert und wie ihre Geschichte in der gegenwärtigen Nutzung weitergeschrieben wird.
Gleichzeitig stellt „Garten“ die Frage nach Zugänglichkeit und Teilhabe: Wer kann diesen Raum nutzen? Für wen ist er offen? Welche Formen von Arbeit und Gemeinschaft werden sichtbar und welche bleiben unsichtbar?
Die Ausstellung sieht sich neben der Präsentation des Videomaterials auch als räumliche Recherche. Der Ausstellungsraum selbst wird zum „Garten“, in dem die gesammelten Beobachtungen, Stimmen und Bilder zusammenkommen. Dafür arbeiten Schaefer und Wirtz eng mit den Mitarbeitenden des Produktionshauses NAXOS zusammen, begleiten deren Arbeitsalltag und richten den Blick auf die unterschiedlichen Weisen, in denen die Naxoshalle genutzt und angeeignet wird.
Am 21. November eröffnen wir die Ausstellung um 16.00 Uhr mit einer Lesung.
Die Ausstellung ist Teil einer umfassenderen Recherche von Judith Schaefer und Ramón Jeronimo Wirtz, die im April 2027 in eine Performance mündet.