Theater

Oscar Wilde. BUNBURY

Eine triviale Tragödie für ernsthafte Leute
Theater Willy Praml

Termine

Donnerstag
28. Mai 26, 19:30 Uhr
Tickets
Freitag
29. Mai 26, 19:30 Uhr
Tickets
Samstag
30. Mai 26, 19:30 Uhr
Tickets

Im viktorianischen Zeitalter sollte alles ordentlich sein.
Ein Mann sollte sich richtig verhalten. 
Eine Frau sollte sich richtig verhalten.
Alle hatten feste Rollen.

Königin Viktoria war die Herrscherin.
Ihre strenge Moral bestimmte die Zeit.
Viele Menschen fühlten sich eingeengt.
Die Stimmung war streng und eng.

Trotzdem war Oscar Wilde sehr beliebt.
Er war berühmt und wurde gefeiert.
Er war verheiratet und hatte Kinder.
Er bewegte sich in feinen Salons.
Er war klug und sehr witzig.

Aber er führte ein Doppelleben.
Er hatte Beziehungen zu Männern.
Damals war das verboten.
Er traf sich heimlich mit Männern.
Das war gefährlich.

Doppelleben sind riskant.
Sie können alles zerstören.

Wilde schrieb Komödien.
Er wollte unterhalten.
Er machte sich über die Gesellschaft lustig.
Das Publikum lachte viel.

Mit dem Stück „Bunbury“ war sein Witz besonders scharf und genau.
In diesem Stück zeigte er viel von sich selbst.
Und gleichzeitig versteckte er sich hinter Humor.

Am 14. Februar 1895 war die Premiere.
Die Menschen lachten viel.

Am 25. Mai 1895 wurde Oscar Wilde verurteilt.
Der Grund war seine Homosexualität.
Auch im Gerichtssaal antwortete er klug und witzig.
Viele lachten über seine Antworten.

Das Urteil:
Zwei Jahre Gefängnis mit schwerer Arbeit.
Er durfte nicht öffentlich sprechen.
Seine Texte wurden verboten.
Seine Stücke wurden nicht mehr gespielt.

Heute verbindet man die Gerichts-Protokolle mit seinem Stück „Bunbury“.
Die glänzende Oberfläche und der tiefe Abgrund gehören zusammen.
So entsteht eine traurige Geschichte –
eine scheinbar leichte Tragödie für ernste Menschen.

DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.

Audioflyer 

Regie, Bühne,
Michael Weber
Kostüm
Paula Kern
Lichtdesign
Simon Möllendorf
Regieassistenz
Elli Wolf
Mit
Reinhold Behling, Moritz Bock, Jakob Gail, Muawia Harb, Birgit Heuser, Anna Staab
Dauer
2,5h mit Pause
Eintritt
20,-€ normal, 14,-€ ermäßigt, 9,-€ Schüler*innen und Studierende, 7,-€ Frankfurt-Pass
Wir verzichten auf Nachweise von Ermäßigungsberechtigungen. Bitte wählen Sie für sich persönlich die Preiskategorie aus, die zu Ihnen passt.

Merlin Holland, Oscar Wilde im Kreuzverhör. Die erste vollständige Niederschrift des Queensberry-Prozesses
Die deutsche Übersetzung ist von Henning Thies.
Die Rechte an der Übersetzung hat der Karl Blessing Verlag in München.
Der Verlag gehört zur Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH.

Einführung in die Inszenierung von Michael Weber 35 Minuten vor Beginn.

Am 28. und 29. Mai mit Tast-Führung und Audio-Beschreibung.
Das heißt:
Blinde und sehbehinderte Menschen können das Bühnenbild fühlen.
Und sie bekommen Erklärungen zum Geschehen über Kopfhörer.

Hinweise zur Barrierefreiheit

 

THEATERNACHLESE
Mo, 01.06.2026 19:30 Uhr

Ort: Haus am Dom
nomen ist omen
BUNBURY: Das Leben ist Ernst
Oscar Wilde
Theaternachlese zur Inszenierung im Theater Willy Praml

Der Eintritt ist frei.

Im Stück geht es um den Namen „Ernest“.
Der Name klingt wie „ernst“.
Und „earnest“ heißt auf Englisch: ehrlich und aufrichtig.

Man versteht vieles erst, wenn man hinter die Bühne schaut.
Vorne auf der Bühne zeigt man den Ernst des Lebens.
Hinter dem Vorhang lebt man seine Wünsche aus.

Schwierig ist das für Menschen, die zwei Leben führen.
Sie müssen beides streng trennen.
Wenn der Vorhang fällt, kommen Geheimnisse ans Licht.

Das Publikum lacht.
Aber nur so lange, wie es zuschauen darf.
Wenn man selbst auf der Bühne steht,
fühlt man sich schnell bloßgestellt.

Mitwirkende:

  • Ensemble des Theaters Willy Praml
  • Michael Weber, Regisseur
  • Dr. Lisa Strassberger, Literaturwissenschaftlerin
  • Dr. Stefan Scholz, Theologe