Oscar Wilde. BUNBURY
Termine
Im viktorianischen Zeitalter sollte alles ordentlich sein.
Ein Mann sollte sich richtig verhalten.
Eine Frau sollte sich richtig verhalten.
Alle hatten feste Rollen.
Königin Viktoria war die Herrscherin.
Ihre strenge Moral bestimmte die Zeit.
Viele Menschen fühlten sich eingeengt.
Die Stimmung war streng und eng.
Trotzdem war Oscar Wilde sehr beliebt.
Er war berühmt und wurde gefeiert.
Er war verheiratet und hatte Kinder.
Er bewegte sich in feinen Salons.
Er war klug und sehr witzig.
Aber er führte ein Doppelleben.
Er hatte Beziehungen zu Männern.
Damals war das verboten.
Er traf sich heimlich mit Männern.
Das war gefährlich.
Doppelleben sind riskant.
Sie können alles zerstören.
Wilde schrieb Komödien.
Er wollte unterhalten.
Er machte sich über die Gesellschaft lustig.
Das Publikum lachte viel.
Mit dem Stück „Bunbury“ war sein Witz besonders scharf und genau.
In diesem Stück zeigte er viel von sich selbst.
Und gleichzeitig versteckte er sich hinter Humor.
Am 14. Februar 1895 war die Premiere.
Die Menschen lachten viel.
Am 25. Mai 1895 wurde Oscar Wilde verurteilt.
Der Grund war seine Homosexualität.
Auch im Gerichtssaal antwortete er klug und witzig.
Viele lachten über seine Antworten.
Das Urteil:
Zwei Jahre Gefängnis mit schwerer Arbeit.
Er durfte nicht öffentlich sprechen.
Seine Texte wurden verboten.
Seine Stücke wurden nicht mehr gespielt.
Heute verbindet man die Gerichts-Protokolle mit seinem Stück „Bunbury“.
Die glänzende Oberfläche und der tiefe Abgrund gehören zusammen.
So entsteht eine traurige Geschichte –
eine scheinbar leichte Tragödie für ernste Menschen.
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.
Wir verzichten auf Nachweise von Ermäßigungsberechtigungen. Bitte wählen Sie für sich persönlich die Preiskategorie aus, die zu Ihnen passt.
Am 28. und 29. Mai mit Tast-Führung und Audio-Beschreibung.
Das heißt:
Blinde und sehbehinderte Menschen können das Bühnenbild fühlen.
Und sie bekommen Erklärungen zum Geschehen über Kopfhörer.
THEATERNACHLESE
Mo, 01.06.2026 19:30 Uhr
Ort: Haus am Dom
nomen ist omen
BUNBURY: Das Leben ist Ernst
Oscar Wilde
Theaternachlese zur Inszenierung im Theater Willy Praml
Der Eintritt ist frei.
Im Stück geht es um den Namen „Ernest“.
Der Name klingt wie „ernst“.
Und „earnest“ heißt auf Englisch: ehrlich und aufrichtig.
Man versteht vieles erst, wenn man hinter die Bühne schaut.
Vorne auf der Bühne zeigt man den Ernst des Lebens.
Hinter dem Vorhang lebt man seine Wünsche aus.
Schwierig ist das für Menschen, die zwei Leben führen.
Sie müssen beides streng trennen.
Wenn der Vorhang fällt, kommen Geheimnisse ans Licht.
Das Publikum lacht.
Aber nur so lange, wie es zuschauen darf.
Wenn man selbst auf der Bühne steht,
fühlt man sich schnell bloßgestellt.
Mitwirkende:
- Ensemble des Theaters Willy Praml
- Michael Weber, Regisseur
- Dr. Lisa Strassberger, Literaturwissenschaftlerin
- Dr. Stefan Scholz, Theologe
Eintritt frei